16 - 12 - 2017

Der Verein wurde am 4. September 1904 als „Männer und Jünglingsverein“ durch den damaligen Pfarrer Behrmann gegründet und in den zusammenarbeitenden „Abteilung Hesselbach und Abteilung Fischelbach“ geführt.
Zum gleichen Zeitpunkt wurde auch beschlossen, dem „Westdeutschen Jünglingsbund“ (heute „CVJM-Westbund“) beizutreten, und die Statuten des Bundes als Satzung für den Verein zu übernehmen.
Weiter wurde beschlossen, einen Posaunenchor zu gründen. Pfarrer Behrmann erhielt den Auftrag, zunächst 7 vereinseigene und 2 private Instrumente bei der Firma Ernst David (Bielefeld) zu bestellen. Am 2. Oktober konnten bereits die ersten Instrumente verteilt werden. Die Bläser sind namentlich im Protokollbuch aufgeführt.
Die Vereinsstunden, wie Posaunen- und Männerchorübungsstunden und Bibelstunden, fanden alle im Konfirmandensaal in Fischelbach statt. In Hesselbach existierte in damaliger Zeit noch kein Gemeindesaal.

 

Gründungsmitglieder waren:
aus Hesselbach: sechs Männer, sechs Jünglinge
aus Fischelbach: sechs Männer, zehn Jünglinge
= gesamt 28 Mitglieder.

 

Der Mitgliederstand zeigte im Laufe der Zeit eine steigende Tendenz und betrug am 22. April 1906 56 zahlende Mitglieder.
Der Posaunenchor hatte am 19. Oktober 1908 insgesamt 27 Bläser, davon aus Fischelbach zwölf und fünfzehn aus Hesselbach.
Die zwei Abteilungen, Fischelbach und Hesselbach, arbeiteten zunächst unter einem Vorstand zusammen. Erster Vorsitzender war Pfarrer Behrmann, vier weitere Vorstandsmitglieder standen ihm zur Seite.
Ab dem 20. Januar 1907 erhielt jede Abteilung ihren eigenen Vorstand. So die Abteilung Hesselbach: 1. Vorsitzender Pfarrer Behrmann, 2. Vorsitzender Friedrich Gerhardt (Schusters), Schriftführer Friedrich Weiß (Hampe) und Adolf Weiß (Spetze), Kassierer.
Ab 1908 schon wurden in Hesselbach Vereinsstunden in Wohnzimmern einzelner Häuser durchgeführt.
Nachdem aber im Jahre 1909 ein Gemeindesaal, welcher an die Hesselbacher Kapelle angebaut wurde, fertiggestellt war, führte jede Abteilung ihre Arbeit eigenständig weiter.

 

Das Jahrzehnte hindurch im Gemeindesaal vorhandene Harmonium wurde im Jahre 1911 für den Gemeindechor des „ Männer- und Jünglingsvereins “ von Adolf Gerhardt (ehemals Dietrichs Haus an der Spetze - jetzt Röder) erworben und in Raten abgestottert. Die letzte Rate in Höhe von 45,- Mk wurde im Jahre 1920 verbucht. Hier sei eingeschoben, dass alle Chöre, Posaunen- und auch Gemischter Chor, immer Untergliederungen des Vereins waren.
Anhand des Protokollbuches ist festzustellen, dass das Vereinsleben in all den Jahren, erster Weltkrieg eingeschlossen, nach festgelegten Stunden weitergegangen ist.

 

Anfang der zwanziger Jahre begann der wirtschaftliche Niedergang in Deutschland. In 1923 wurden zwar alle armen Leute mal Millionäre, Milliardäre und Billionäre, die Währungsreform aber setzte dem allen ein Ende und brachte eine Umstellung auf kleine Zahlen. Ein Kassenbericht des Vereins gibt etwas von den damaligen Verhältnissen wieder:

 

Gesamteinnahme in 1923: 20.963.762.578.127,26 Mark
Ausgabe in 1923:13.994.092.867.803, - Mark
Kassenbestand 31.12.1923: 6.969.669.710.324,26 Mark
Währungsreform 1923: 1 Billion Mark = 1,- Rentenmark
Kassenbestand 31.12.1923 : 6,96 Rentenmark

 

Dann folgte die Arbeitslosigkeit. Sechs bis sieben Millionen Menschen in Deutschland waren arbeitslos - bis 1927 ohne Unterstützung. In 1932 waren von 35 zahlenden Mitgliedern 25 arbeitslos. Das Vereinsleben aber ging in gewohnter Weise weiter. Hin und her im Lande wurden Freizeiten besucht, und die Chöre hielten immer guten Kontakt zu anderweitigen Vereinen und Gemeinden. Dies zeigte sich besonders bei Besuchen und Gegenbesuchen von Jahres- und Missionsfesten bis in den Dillkreis und ins Hessenland hinein.
Diese Besuche wurden alle zu Fuß gemacht und wurden oft für die Träger des „Helikons“ zu einer Strapaze. Selbst ein Mandolinenchor, welcher in den zwanziger Jahren unter der Leitung von Richard Gille bestand, machte öfters diese Märsche mit.
Ein Tag aus der Vereinsgeschichte der damaligen Zeit sei an dieser Stelle noch besonders erwähnt, war es doch der Tag, an dem der Männerchor bei einer Veranstaltung seinen letzten Einsatz fand. Die Jungvolkgruppe des Vereins veranstaltete am 8. Januar 1933 einen Familienabend, wozu die ganze Gemeinde eingeladen war. Ein Volksliederspiel war eingeübt worden, Thema: „Von der Heimat und der Fremde“, und wurde gekonnt vorgetragen.
Bei dieser Veranstaltung wurde vom Männerchor erstmals das Lied „Ich weiß ein Ländchen ’s ist nicht groß, liegt tief versteckt im Waldesschoß...“ gesungen und wurde begeistert vom Publikum aufgenommen. Inzwischen ist das Liedchen in Hesselbach heimisch geworden.

 

Am 30. Januar 1933 übernahm Adolf Hitler die Macht in Deutschland. Das wirkte sich sehr bald auf das Vereinsleben aus. Sportliche Betätigungen, wie Turnen und Geländesport, auch kulturelle Veranstaltungen, was bei den Jugendgruppen besonders gern gepflegt wurde, wurden untersagt. Alle Jugendlichen unter 19 Jahren wurden in die Hitlerjugend eingegliedert. Dies betraf mehr als eine halbe Millionen Jugendlicher in den Jugendverbänden Deutschlands.

 

Am 1. August 1937 wurde in der Gemeinde Hesselbach die „1100-Jahrfeier“ durchgeführt. Bei den Vorbereitungen zu dieser Veranstaltung, wie Ausschmückung des Dorfes usw., haben sich die Mitglieder des Männer- und Jünglingsvereins tatkräftig eingesetzt, und beim Festgottesdienst wirkte der Posaunenchor mit (so im Jahresbericht des Vereins 1937).

 

Dann kam der zweite Weltkrieg (1939-1945). Siebzehn Mitglieder des Vereins wurden zur Wehrmacht einberufen, davon kehrten sieben Mitglieder nicht mehr in die Heimat zurück. Dank des Einsatzes von einigen älteren Mitgliedern, auch Frauen hielten mit, konnten Sonntagsschule und Bibelstunden während des Krieges weiter durchgeführt werden. Selbst ein Frauenchor unter Leitung von Fritz Gerhardt, Männerstimmen fehlten, übte zeitweise für Frauenchöre geschriebene Liedsätze ein, die bei Bedarf vorgetragen wurden.

 

Nach Ende des Krieges fand am 10. Februar 1946 die erste Generalversammlung des Vereins statt, und von da an ging es mit dem Posaunen- und Gemischten Chor aufwärts. Es wurden erneut Kontakte zu anderen Vereinen aufgenommen und auch wieder Besuche und Gegenbesuche der Vereine untereinander gepflegt.                         

 

Am 1. August 1954 konnte das 50jährige Bestehen des CVJM Hesselbach gefeiert werden. An diesem Tag waren die Posaunenchöre aus Feudingen, Raumland, Fischelbach und Hesselbach und die Gemischten Chöre aus Feudingen, Fischelbach und Hesselbach als vereinigte Chöre zusammen und umrahmten die Ansprachen der beiden Festredner: Bundeswart des CVJM-Westbundes Pfarrer Johannes Busch (Wuppertal), und Vikar Siegfried Schmidt (Witten), derzeit in Dorlar bei Schmallenberg. Es wurde für Hesselbach ein erlebnisreicher Tag.

 

Im Jahre 1956 übernahm Pfarrer Siegfried Schmidt die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Fischelbach, zu der auch Hesselbach gehört. Seitdem hat der Posaunenchor ununterbrochen bei allen der 14tägig stattfindenden Gottesdienste in Hesselbach als „Orgelersatz“, die Orgel in der Kapelle war unbrauchbar geworden, mit Liedvorträgen und Begleitung des Gemeindegesanges seinen Dienst getan. Darüber hinaus erfüllt der Chor seine Aufgabe bei Altengeburtstagen, Hochzeiten, in Kliniken und Altersheimen, auch bei Einsätzen der Gefangenenmission in Arrestanstalten überall im Land.

 

Am 16. und 17. September 1984 feierte der CVJM Hesselbach sein 80jähriges Jubiläum. Es wurde eingeleitet mit einer musikalischen Feierstunde am Samstagabend und fortgesetzt mit einem Festgottesdienst am Sonntagmorgen. Drei Theologen, die als junge Männer im CVJM Hesselbach tätig waren und auch heute noch treu mit ihm verbunden sind, wurden als Festredner gewonnen. Sie teilten sich in Kurzansprachen den Text der Jahreslosung: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Tim. 1,7). Der Text war in drei Themen aufgeteilt: 1. Kraft, 2. Liebe, 3. Besonnenheit.

 

                 Thema 1: Kurt Blecher, z. Zt. in Herne- Wanne
                 Thema 2: Walter Gerhardt, z. Zt. in Kronberg (Taunus)
                 Thema 3: Michael Schmidt, z. Zt. in Hamm-Bockum-Hövel.

 

Alle drei Redner brachten eine klare Verkündigung des Evangeliums, so war nach dem Gottesdienst in Nachgesprächen zu hören.

 

Unser 85jähriges Jubiläum feierten wir am 2. und  3. August 1989. Die musikalische Feierstunde am Samstag gestalteten der Jugendchor aus Herne und unser Posaunenchor. Die Festpredigt am darauffolgenden Sonntagmorgen hielt Pfarrer Jaworski aus Herne. Das Jubiläum, das unter dem Leitthema „Wie wichtig bist du mir Gott“ stand, endete an diesem Nachmittag mit dem Kartoffelbratfest auf dem Bohnstein.

 

Der Konzerttrompeter Frank Düppenbecker aus Ratingen, mit dem der Posaunenchor einige Konzerte gestalten konnte, war Gast der musikalischen Feierstunde zum 90jährigen Vereinsjubiläum. Gemeinsam mit dem Organisten Wolfgang Weyandt, dem Gemischten Chor Hesselbach und dem Posaunenchor Hesselbach bot er einen Streifzug durch die musikalische Geschichte des Vereines.
Der Festgottesdienst am Sonntag wurde von den Mitarbeitern des CVJM und den Pfarrern Kurt Blecher und Michael Schmidt gestaltet. Der Predigt lag ein Text aus Hebräer 13,8 zugrunde: „Jesus Christus gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit“. Wegen schlechten Wetters musste das vorgesehene Kartoffelbraten vor und in der Kapelle stattfinden.

 

Das 95jährige Jubiläum wurde dieses Jahr in einer musikalischen Feierstunde am 3. September 1999 und einem Festgottesdienst am nächsten Morgen begangen.
Die zweistündige musikalische Feierstunde wurde vor allem von dem Posaunenchor gestaltet. Außerdem waren der Jugendchor und die Kinder der Jugendgruppen mit 2 Liedern beteiligt. Zum Abschluss des Abends hielt der Jugendreferent Klaus Grübener eine Andacht über den Pharisäer Nikodemus.
Für die Predigt des Festgottesdienstes konnte Reinhold Lückel aus Wemlighausen gewonnen werden. Der Redner, der sein Grußwort und die Einführung zur Predigt in Plattdeutsch vortrug, bezog sich in seiner predigt auf Johannes 1, 11-12: „Er (Jesus) kam in das Seine, aber die Seinen nahmen ihn nicht an; so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er die Vollmacht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben“.

 

Im Jahr 2001 wurde, aufgrund der defekten Heizungsanlage in der Kapelle, der Entschluss gefasst, eine „große Renovierungsaktion“ mit u.a. dem Ausbessern und Streichen der Wände und der Erneuerung des Fußbodens durchzuführen. Die Pläne wurden im Sommer 2001 unter der Mitwirkung vieler fleißiger Hände in die Tat umgesetzt. Beim Erntedankgottesdienst am 30. September konnte die Kapelle mit musikalischer Untermalung durch Posaunenchor und Gesangverein wiedereröffnet werden.

 

Für das 100jährige Jubiläum im Jahre 2004 wurden zwei Wochenenden als Festwochenenden vorgesehen. Das gesamte Jubiläum wurde unter das Motto „You never walk alone! – Mit Gott unterwegs“ gestellt.
Die Festtage begannen am 16. Juli mit einem Konzert am Hesselbacher Skihang. Aus zwei Lastwagen wurde eine Bühne aufgebaut und am Abend konnten ca. 300 Feierlustige den bekannten christlichen Rockgruppen „Ararat“ und „Capewalk“ und der Nachwuchsband „JAK“ zuhören. Der Abend war für alle Beteiligten ein toller Erfolg.
Am nächsten Abend wurde der traditionelle Familienabend in der Hesselbacher Kapelle durchgeführt. Einige Gruppen des CVJM hatten sich im Rückblick auf 100 Jahre CVJM einige Programmpunkt einfallen lassen.
Das zweite Festwochenende begann mit einem Konzert des Posaunenchores am 4. September in der katholischen Kirche in Bad Laasphe. Der Posaunenchor trug mit Unterstützung des Posaunenchores aus Schönberg/Oberhöchstadt viele Lieder vor. Ein besonderes Highlight entstand, als zwei ehemalige Dirigenten des Posaunenchores nach vorne gingen, um noch einmal den Dirigentenstab zu führen. Außerdem war der befreundete Trompetensolist Frank Düppenbecker mit von der Partie und trug in seiner unnachahmlichen Art einige Solostücke vor.
Am nächsten Tag fand man sich in der Hesselbacher Kapelle zu einem Festgottesdienst ein. Die Predigt der beiden CVJM-Pfarrer Kurt Blecher und Michael Schmidt handelte, passend zu unserem Jubiläumsmotto, von Menschen, die sich auf den Weg machen. Die eine Aufgabe/ein Ziel von Gott bekommen haben und sich auf den Weg machen, diese zu erfüllen bzw. zu erreichen.
Am Nachmittag trafen sich viele Hesselbacher zum traditionellen Kartoffelbratfest am Bohnstein ein. Bei Gesang, Kuchen, Bratwürstchen, und Folienkartoffeln erlebten wir einen schönen Nachmittag. Mit Anbruch der Dunkelheit wurde das Feuer entzündet und man startete den Fackelzug ins Dorf.
Der Verein bestand zum Zeitpunkt des 100jährigen Jubiläums aus 97 Mitgliedern.

 

Außerdem wurde im Jahr 2004 auch noch, unter der Leitung von Martin Gerhardt, das Kirchendach der Hesselbacher Kapelle abgerissen und erneuert. Viele helfende Hände waren mit von der Partie und man konnte durch diesen ehrenamtlichen Einsatz ca.6000 € sparen.

 

Nachfolgend einige Daten:

Die Namensänderungen erfolgten alle nach Abänderung der Namen in CVJM-Westbund. Nachdem der CVJM-Westbund auch die Mädchenarbeit übernommen hatte, wurde der Name „Christlicher Verein junger Männer“ auf „Christlicher Verein junger Menschen“ umbenannt.

Namen des jetzigen CVJM Hesselbach:
1904-1947 Männer- und Jünglingsverein
1948-1956 Evangelischer Jungmännerverein
1957-1977 CVJM = Christlicher Verein junger Männer
ab 1978 CVJM = Christlicher Verein junger Menschen

Vorsitzende des Vereins:
1904-1915 Pfarrer Behrmann, Fischelbach
1916-1955 Pfarrer Dr. Hoffmann, Fischelbach
1956-1977 Fritz Gerhardt, Hesselbach
1978-1983 Kurt Blecher, Hesselbach
1984-1985 Helmut Gerhardt, Hesselbach
1986-1994 Fritz-Werner Messerschmidt, Hesselbach
seit 1994 Martin Gerhardt, Hesselbach


Die Losungen
Samstag, 16. Dezember 2017
Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.
Durch den Glauben verließ Mose Ägypten und fürchtete nicht den Zorn des Königs; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.